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Das
Manifeste

Dieses Kapitel ist zur Gänze dem zentralen Projekt Günther Domenigs gewidmet, seinem persönlichsten und zugleich skulpturalsten Werk, dem Steinhaus in Steindorf am Ossiacher See. Durch die Situation, gleichzeitig in die Rolle des Auftraggebers, Finanziers und Bewohners des Gebäudes zu schlüpfen, entstand eine Lage, die es dem Architekten erlaubte, an persönliche und gebaute Grenzen zu gehen. Über dreißig Jahre dauerte insgesamt die Planung und Realisierung des Gebäudes.

Es ist Günther Domenigs großes Lebenswerk, es ist ein gebautes Architekturmanifest und geprägt vom Willen nach künstlerischem Ausdruck. In keinem seiner Projekte ist das Medium der Zeichnung so wichtig wie im Steinhaus. Es dokumentiert den Entwurfs- und Formfindungsprozess über mehr als sechs Jahre hinweg und erzählt von der Bedeutung und Eigenständigkeit des Mediums an sich.

Das Steinhaus ist die Offenbarung“ und Sichtbarmachung der eigenen Intentionen in ihrer klarsten und kompromisslosesten Form. Es ist konkreter Ort mit eindeutigen Funktionen – der Typologie eines Wohnhauses entsprechend mit Küche, Wohnraum, Schlafzimmer, Sanitärräumen – und zugleich Ausdruck totaler Expression; ein Ort, an dem die Rolle und Funktion von Architektur Reflexion findet, genauso wie die Frage nach dem Wunsch, Architektur als Kunst zu verstehen.

Projekte

  • Holzsteg Steinhaus, Steindorf am Ossiacher See, 1976–1981

    GÜNTHER DOMENIG Der Holzsteg beim Steinhaus ist die erste Maßnahme, die Günther Domenig in Bezug auf die Besetzung des Grundstückes seiner Großmutter trifft. Er führt nicht vom Ufer in den See hinein, sondern vielmehr aus dem Wasser heraus an Land. Eine komplizierte Konstruktion, eine gebaute Schwingung, eine besitzergreifende Geste und ein Objek…
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  • Steinhaus, Steindorf am Ossiacher See, 1986–2008 (Bauzeit)

    GÜNTHER DOMENIG © Foto: Gerhard Maurer, 2022 Günther Domenig beginnt mit ersten Ideenskizzen für ein Haus am von der Großmutter geerbten Grundstück am Ossiacher See unmittelbar nach dem Bau der Z­-Sparkasse. Programmatisch entwickelt sich das Gebäude von der Seeseite aus, beginnend mit einem Steg, der entlang eines Weges in eine Rampe übergeht, …
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Objekte

Da Domenig schon lange Architekt ist, liegt es nahe, daß er die Architektur auf den Prüfstand bringt, es ist aber keinesfalls sicher, daß bei seinen Versuchen Architektur‘ herauskommt. Sollte auf diesem Weg ein Stück dieses Begriffes verlorengehen, wäre das kein großes Unglück. Dieses Verfahre…
—Walter Pichler, Künstler
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So gesehen ist das Steinhaus auch ein Intensiv-Zelt, das Rettendes, Beschützendes, Nomadisches, inklusive in der Umgebung ablaufender Camping-Rituale, an einen zufälligen, von der Herkunft diktierten Ort binden will. Wegwollen, mit allen seinen Fluchtkomponenten, soll sich erübrigen.“
—Christian Reder, Kultursoziologe
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Encounters #4 im DOMENIG STEINHAUS
Encounters #4 im DOMENIG STEINHAUS
23. und 24. September 2022 ENCOUNTERS ist eine SERIE VON DURATIONAL PERFORMANCES an Orten, an denen üblicherweise gearbeitet wird. Sie geht von der Vorstellung aus, dass Tanz Arbeit ist und sie versucht, den Begriff der Arbeit zu erweitern, den zeitgenössischen Tanz aus der Theatersituation herausz…
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Günther Domenig (ist) im Gespräch: Peter Noever und Andrea Schurian
Günther Domenig (ist) im Gespräch: Peter Noever und Andrea Schurian
25.08.2022 Museum Moderner Kunst Kärnten Andrea Schurian und Peter Noever im Gespräch Im Gespräch wird von den beiden Gesprächspartnerinnen die Relevanz Günther Domenigs für die Architekturentwicklung in Österreich besprochen und zugleich der Versuch unternommen eine internationale Verortung vorz…
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Das Steinhaus ist das schicksalhafte Stück Architektur eines Architekten, der nun damit leben muss, das Unbewusste als konkretes Bild vor Augen zu haben.” 
—Peter Noever, Kurator
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Margherita Spiluttini: Steinhaus // AZW
Eine der wenigen weiblichen, und nicht nur deshalb sehr relevanten Positionen der österreichischen Architekturfotografie ist Margherita Spiluttini. Neben einigen anderen Projekten porträtierte sie 2005 auch das Steinhaus in Steindorf am Ossiacher See vor der Verglasung des Kubus. Die Fotos bringe…
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Das STEINHAUS ist ein eigenwilliger Baukörper, der einen dynamischen Puls erzeugt. Die äußeren Wände, die Außenhaut des Hauses, atmen. Günther Domenig sah seine Architekturen nicht als abgeschlossene Systeme, sondern als durchlässige Texturen. So definiere ich auch menschliche Körper.“ 
—Doris Uhlich, Choreografin
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