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Re-Aktivierte

Der Umgang mit Geschichte und die damit verbundene Reaktion auf historische Bausubstanz spielt in Günther Domenigs architektonischer Arbeit eine zentrale Rolle. Bestehendes umzuformulieren, Altes neu zu fassen und eine starke eigene Haltung dazu zu entwickeln, prägen die über viele Jahrzehnte geübte Auseinandersetzung des Architekten mit Vorhandenem. Domenig entwickelt dabei eine Methode, die sich über den Kontrast zum Bestehenden definiert, vom Mut zum Eigenen bestimmt ist und dem Historischen Sichtbarkeit und Aktualität gibt.

Es geht ihm um eine klare und starke architektonische Setzung, die durchaus bestimmt ist vom Motiv des Eingriffs und Durchbruchs – am deutlichsten in seiner Intervention in Nürnberg zu sehen –, zugleich entwickelt er einen Umgang, der von Distanz und Respekt dem Bestehenden gegenüber definiert ist. Was er an vielen Projekten über die Jahre erprobt – mehrere Umbauten von Filialen der Schuhhandelskette Humanic, Schloss Neuhaus, die Heft u.a. – findet seinen Höhepunkt im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Hier wird die politische Dimension anhand einer architektonischen, skulpturalen und künstlerischen Setzung deutlich, hier bearbeitet Günther Domenig auch das biografische Moment der nationalsozialistischen Gesinnung seiner Familie.

© Foto: Gerald Zugmann

Projekte

  • Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg, 1998–2001

    GÜNTHER DOMENIG GEMEINSAM MIT GERHARD WALLNER © Foto: Gerhard Maurer, 2022 Infolge der Planung für die Landesausstellung in Heft/​Hüttenberg wurde Günther Domenig eingeladen, am Wettbewerb für den Bau des Dokumentationszentrums am Areal des ehemaligen NSDAP Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg teilzunehmen. Nürnberg als Stadt der Reichsparteitag…
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  • Kärntner Landesausstellung, Heft in Hüttenberg, 1993–1995

    (c) Gerhard Maurer
    Für die Landesausstellung zum Thema Bergbau plante und baute Günther Domenig ein Ausstellungsgebäude in Reaktion auf eine unter Denkmalschutz stehendes Werk. Zentrales Gestaltungselement sind übereinander gestapelte Gänge, die sich an den unterirdischen Stollenanlagen des Erzbergbaus in Knappenberg orientieren, ergänzt um Funktionsräume wie ein A…
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  • Boutique Rikki Reiner, Alter Platz Klagenfurt, 1983

    GÜNTHER DOMENIG © Foto: Gerhard Maurer, 2022 Der Umbau der Boutique war ein Herzensprojekt Domenigs und in vielerlei Hinsicht beispielhaft für seinen Umgang mit unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden. Ursprünglich war ein Aufbrechen der Fassade geplant, ein Öffnen hin zur Straße. Domenigs Entwurf basiert auf den gleichen Gestaltungsprinzipien wi…
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  • Stadttheater Klagenfurt, Zubau, 1995–1998

    GÜNTHER DOMENIG © Foto: Gerhard Maurer, 2022 Mit dem Zubau zum Stadttheater in Klagenfurt, einem Jugendstilgebäude, das zwischen 1908 und 1910 vom Architekturbüro Fellner & Helmer anlässlich des 60. Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Josef I. errichtet wurde, setzt Günther Domenig einem markanten Gebäude in dessen Verlängerung einen in Fo…
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  • Schloss Neuhaus, 1991–1992

    GÜNTHER DOMENIG © Foto: Gerhard Maurer, 2022. Den Umbau des Schlosses Neuhaus in Kärnten beschreibt Günther Domenig selbst als eine Form der Übung des Durchbruchs“. Hier spielt der Architekt offensiv mit dem Versuch, in ein bestehendes Gebäude – eine Renaissanceanlage aus dem 15. Jahrhundert – einen zweiten Körper hineinzuschieben, ihn in der …
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Objekte

Günther Domenig (ist) im Gespräch: THE NEXT ENTERPRISE ARCHITECTS
Günther Domenig (ist) im Gespräch: THE NEXT ENTERPRISE ARCHITECTS
18.08.2022 Heft/​Hüttenberg Zwischen Historie und zeitgenössischer Architektur – ein performativer Vortrag von the next ENTERprise Architects. Sie laden zur assoziativen Fährtensuche zwischen realen und fiktiven Räumen und Gebilden. Mit Textinterventionen gelesen von Sabine Kienzer und Ina Sattelege…
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Günther Domenig: DIMENSIONAL // Heft Hüttenberg
Günther Domenig: DIMENSIONAL // Heft Hüttenberg
Das ehemalige Landesausstellungsgebäude in der Heft wird zum ersten Mal seit Jahren wieder dem Publikum zugänglich gemacht und mit zeitgenössischen künstlerischen Interventionen und Arbeiten von Student:innen ausgewählter Kunst- und Architekturuniversitäten bespielt.
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Als Architekt bin ich von den gegebenen Bauwerken, Ruinen, Pfeilern, Pilastern, von den verschiedensten Rudimenten, fasziniert. Die Objekte strahlen Ruhe und Erhabenheit, eine unglaubliche Archaik, aus. Maschinenhaus, Zeche, Hochöfen und Kohlelager sind mit strenger Qualität ausgestattet, wie sie …
—Günther Domenig zur Heft
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Günther Domenig (ist) im Gespräch: SIMONE EGGER
Günther Domenig (ist) im Gespräch: SIMONE EGGER
Platzierungen und Platzwechsel. Ein Gespräch zum Biografischen in der Architektur 01.07.2022 Heft/​Hüttenberg Ausgehend von der Architektur der Heft ging es im Rahmen des Gesprächs mit Simone Egger um die Gesamtheit von Biografie, Bau und Baumeister. Aus einer kulturanalytischen Perspektive wurde…
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Günther Domenig (ist) im Gespräch: MICHAEL WALLRAFF
Günther Domenig (ist) im Gespräch: MICHAEL WALLRAFF
6.7.2022Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg Learning from Hüttenberg Räumliche Gefüge als soziale und ökologische Ressource Michael Wallraffs eigenes Architekturverständnis steht in einer Entwicklungslinie mit der Arbeit Domenigs. 2004 gründet er ein eigenes Architekturbüro. Es i…
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Ich habe Ehrfurcht vor den bestehenden Gebäuden gehabt und versucht, mich in dieser Ruine so zu bewegen, daß ich deren Architektur nicht störe.”
—Günther Domenig zum Umbau der HEFt/Hüttenberg
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Mein Projekt ist eine kulturell-wissenschaftliche Sache, die sich mit Rogners populistischer Geschichte nicht verbinden läßt. Im Übrigen lasse ich meine Stollen nicht herumschmeißen wie Pommes frites.”
—Günther Domenig
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Aber auch das beinhaltet die aus archaischem Bestand, Landesausstellung mit Thema und neuer Architektur bestehender Dreieinigkeit.“ (…) Es schwebt alles, nichts berührt die Mauern, es gibt Wege durch die Ruinen, die erhalten bleiben.”
—Günther Domenig zur HEFT
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Ich kam mir vor wie in einer altbekannten Radiosendung. Die hieß: Dramatisierter Sonntagsroman in Fortsetzungen.”
—Günther Domenig zu den politischen Querelen um die Landesausstellung in Hüttenberg
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Günther Domenigs persönlichste und beste Architektur ist wie ein Schrei, nach außen gerichtet. Ihn zu vergleichen, ist müßig. Er ist von überall her beeinflusst. Er ist kein Brutalist, schon gar kein Dekonstruktivist und kein Formalist. Er richtet sich bewusst nach außen, sucht Konfrontation.” 
—Volker Giencke, Architekt
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Ich wollte Beziehung bekommen zum Ort mit seinen gestorbenen Ereignissen.”
—Günther Domenig zur HEFT
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Domenig gibt so den unförmigen, nach außen natursteinverblendeten Ziegelkadaver selbst zur Leichenschau frei.”
—Benedikt Erenz, Journalist
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